Haltung von Legehennen
Wie sieht die Zukunft der Legehennen in Deutschland aus?
Die Haltungssysteme für Legehennen müssen einigen Anforderungen gerecht werden. Dazu gehört:
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Henne im Nest (Foto: Achilles)
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- Sie müssen das Wohlbefinden der Tiere sicherstellen. Nur Hennen, die sich wohl fühlen, haben eine gute Legeleistung.
- Sie müssen wirtschaftlich sein, um einen angemessenen Ertrag zu erbringen. Das sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes.
- Als Voraussetzung für die Gesundheit der Tiere müssen sie die Hygiene im Stall gewährleisten.
- Außerdem müssen sie die Auflagen des Gesetzgebers in den Bereichen Tierschutz, Umweltschutz, Gewässerschutz und Luftreinhaltung erfüllen.
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Die in Deutschland produzierten Eier stammen zurzeit etwa zu knapp 60 Prozent von Legehennen in Käfighaltung - mit abnehmender Tendenz. Die Legebatterien bringen wirtschaftliche und hygienische Vorteile, ein Großteil der Bevölkerung lehnen diese Haltungsform jedoch ab.
Im August 2006 ist in Deutschland eine neue Verordnung zur Haltung von Legehennen in Kraft getreten. Danach müssen alle Haltungseinrichtungen so ausgestattet sein, dass die Tiere artgemäß fressen, trinken, ruhen, staubbaden und ihr Ei in ein Nest legen können. Zudem müssen die Hennen genügend Platz erhalten, um sich natürlich bewegen zu können. Die Verordnung verbietet die herkömmlichen Käfigbatterien bereits seit dem 1.1.2007. Allerdings dürfen die bestehenden herkömmlichen Käfige unter bestimmten Voraussetzungen noch bis zum 31. Dezember 2008 verwendet werden, in Ausnahmefällen bis zum 31.12.2009. Weiterhin erlaubt die neue Verordnung nun die Kleingruppenhaltung, die die wirtschaftlichen und hygienischen Vorteile der Käfighaltung mit den tiergerechteren Haltungsformen Boden- und Freilandhaltung kombinieren soll.
Nähere Hinweise zur neuen Verordnung finden Sie unter:
http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl106s1804.pdf Wer wissen will, woher sein Ei kommt, kann hier die auf dem Ei angegebene Nummer einfach eingeben:
http://www.was-steht-auf-dem-ei.de
Die verschiedenen Haltungsformen im Überblick:
Käfighaltung
In der bis spätestens Ende 2009 bestehenden Käfighaltung lebt ein Huhn auf einer Fläche von 550 Quadratzentimetern; das ist weniger als ein DIN-A4-Blatt. Viele Vorgänge erfolgen automatisch, wie die Versorgung mit Futter und Wasser, das Sammeln der Eier und die Entsorgung des Kotes.
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Wie jedes Haltungssystem hat auch die Käfighaltung Vor- und Nachteile. Zu den gravierenden Nachteilen gehört, dass die Hennen ihr arteigenes Verhalten - wie Flügelschlagen und Sandbaden - nicht ausleben können. Auf Grund des Bewegungsmangels sind die Knochen nicht so fest und brechen leichter. Außerdem können die Tiere mit zu lang gewordenen Krallen in den Käfigen hängen bleiben. Im Gegensatz zum Beispiel zur Bodenhaltung infizieren sich die Tiere jedoch nicht so häufig mit Darmparasiten und anderen Krankheitserregern, da sie nicht ihren eigenen Kot fressen können. Der Einsatz von Medikamenten ist daher kaum erforderlich und die Tierverluste sind insgesamt geringer.
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Die Käfighaltung hat wirtschaftliche Vorteile für die Landwirte, aber Nachteile für das Ausleben arteigener Verhaltensweisen der Tiere (Foto: Achilles)
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Käfigsysteme zeichnen sich durch eine geringe Staubentwicklung und Keimbelastung der Luft aus. Zudem ist die Belastung der Umwelt mit Ammoniak niedriger. Die Eier sind in der Regel weniger mit Keimen belastet und die Schalen weniger verschmutzt. Im Vergleich zu anderen Systemen ist die Arbeitsbelastung geringer. Die Käfighaltung hat im Vergleich zu anderen Haltungssystemen wirtschaftliche Vorteile für den Landwirt: Auf Grund der besseren Ausnutzung des Raumes können wesentlich mehr Hennen pro Quadratmeter Stallfläche gehalten werden als zum Beispiel bei der Bodenhaltung. Eier aus der Käfighaltung sind mit der Ziffer 3 gekennzeichnet. Neben den konventionellen Käfigen gibt es in Deutschland noch etwa sechs Betriebe, mit nach einer EU-Richtlinie benannten "ausgestalteten Käfigen". Auch diese müssen über Nester, Einstreubereiche und Sitzstangen verfügen. Mit einer Fläche von 750 Quadratzentimetern / Henne ist die Richtlinie allerdings weniger streng als die deutsche Verordnung. In Deutschland sind diese Käfige noch bis zum Jahr 2020 erlaubt.
Kleingruppenhaltung
Die neue Kleingruppenhaltung bietet den Hennen im Gegensatz zur herkömmlichen Käfighaltung durch das größere Platzangebot mehr Bewegungsmöglichkeiten und die Tiere können sich zur ungestörten Eiablage in die abgedunkelten Nester zurückziehen. Mindestens zwei Sitzstangen dienen zum Ruhen und Schlafen. Der Einstreubereich ermöglicht den Tieren das Scharren und Staubbaden. Für jeweils zehn Legehennen muss ein Einstreubereich von mindestens 900 Quadratzentimetern zugänglich sein. Bei Gruppengrößen von mehr als 30 Hennen müssen Einstreu- und Nestbereich entsprechend vergrößert werden. Pro Henne muss der Futtertrog 12 Zentimeter lang sein und auf der Sitzstange Platz von 15 Zentimetern bieten. Eier aus Kleingruppenhaltung werden wie Käfigeier mit der Ziffer 3 gestempelt.
Bodenhaltung
Die Bodenhaltung wird häufig als Alternative zur Käfighaltung gesehen. Hier leben die Hühner zwar nicht in Käfigen, es dürfen jedoch bis zu neun Hühnern pro Quadratmeter Stallfläche auf dem Boden gehalten werden. Ein Freilauf ist bei der Bodenhaltung nicht vorgeschrieben, sie kann jedoch mit einem Wintergarten - einem geschlossenen, hellen Auslauf - kombiniert sein.

In der intensiven Bodenhaltung kommt es auf Grund der großen Gruppen oft zu sozialen Konflikten (Foto: Achilles)
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Mindestens ein Drittel der Bodenfläche muss mit Streumaterial wie Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf bedeckt sein. Die Tiere können die meisten ihrer artgemäßen Verhaltensweisen ausleben. Auf Grund der Bewegungsfreiheit sind die Flügel- und Beinknochen fester und die Krallenabnutzung ist normal. Zu den Nachteilen gehört, dass die Hennen mit dem Kot in Kontakt kommen. Auf diese Weise können sie sich schneller mit Parasiten infizieren. Auch Krankheiten breiten sich schneller im Bestand aus. Die Tierverluste sind höher und damit der Bedarf an Medikamenten.
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Auf Grund der größeren Gruppen kommt es zu stärkeren sozialen Konflikten und zu Federpicken bis hin zu Kannibalismus. Hühner sind Herdentiere, können sich jedoch nicht mehr als rund 50 Artgenossen merken. Werden größere Gruppen zusammen gehalten, gibt es Rangordnungskämpfe. Meist wird den Tieren auf Grund der Verletzungsgefahr der Schnabel eingekürzt. Die höhere Staub- und Ammoniakbelastung kann den Tieren, den Menschen und der Umwelt schaden. Die Eier können mit Kot und Keimen verschmutzt sein und Rückstände von Medikamenten enthalten. Werden verlegte ältere Eier eingesammelt, besteht die Möglichkeit, dass weniger frische Eier auf den Markt kommen.
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Werden in der Bodenhaltung mehrere Ebenen genutzt, spricht man von Volierenhaltung. Hier dürfen höchstens 18 Hennen pro Quadratmeter gehalten werden. Die übereinander angebrachten Ebenen werden als Lauf- und Ruheflächen mit Tränken und Fütterungseinrichtungen genutzt. Bei diesem System leben kleinere Gruppen, die sich untereinander kennen, auf jeder Etage. Zu Rangordnungskämpfen kommt es nur, wenn die Hennen einer Etage auf andere Hennen treffen. Auch in der Volierenhaltung können die Hennen die meisten ihrer arteigenen Verhaltensweisen ausleben und sich mehr bewegen. Außerdem verwerten die Tiere das Futter besser und legen mehr Eier als beispielsweise bei der Bodenhaltung. Allerdings gilt in Bezug auf die Tiergesundheit das Gleiche wie bei der Bodenhaltung. Die Ammoniakbelastung der Luft ist häufig hoch. Auch in der Volierenhaltung sind verlegte Eier ein Problem. Für Eier aus Bodenhaltung steht die Ziffer 2 auf dem Ei.
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Die Volierenhaltung ist eine Form der Bodenhaltung, bei der sich die Hühner in mehreren Ebenen bewegen können (Foto: Achilles)
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Freilandhaltung
Um die Bezeichnung "aus Freilandhaltung" zu erhalten, müssen die Legehennen neben ihrem Stall einen Mindestfreilauf von vier Quadratmetern Freiland pro Huhn haben. Die Vorschriften für den Stall sind dieselben wie bei der Bodenhaltung.

Unterstand im Freiland (Foto: Achilles)
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Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein. Bäume, Sträucher oder ein Unterstand sind notwendig, damit die Tiere Schutz vor natürlichen Feinden finden können. Tagsüber haben die Hennen uneingeschränkten Zugang ins Freie, sodass sie nach Belieben ihre typischen Verhaltensweisen ausleben können. Insgesamt sind die Tiere unempfindlicher, da sie bei jedem Wetter draußen sein können.
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Die Nachteile entsprechen auch hier denen der Bodenhaltung. Hinzu kommt, dass die Eierqualität sehr ungleichmäßig sein kann - besonders hinsichtlich der Dotterfarbe und der Schalenstabilität. Die Produktionskosten sind bei dieser Haltungsform sowie bei der ökologischen Erzeugung im Vergleich zu den anderen am höchsten, bedingt durch hohe Tierverluste, geringere Leistung und einen sehr hohen Arbeitszeitbedarf. Freilandhaltungseier sind mit der Ziffer 1 gestempelt.
Ökologische Erzeugung
Legehennen in ökologischer Haltung leben wie ihre Artgenossen in der Freilandhaltung. Es sind jedoch nur 6 Hennen je Quadratmeter Stallfläche erlaubt. Unter anderem sind die Käfighaltung und das systematische Schnabelkürzen generell verboten. In einem Stall dürfen maximal 3000 Hennen gehalten werden. Das Futter muss ökologisch erzeugtes Futter und überwiegend im eigenen Betrieb hergestellt sein. Auf der Verpackung steht das Bio-Siegel, die Eier haben die Kennziffer 0. Daneben kann auf der Verpackung auch das Zeichen eines Bio-Anbauverbandes wie zum Beispiel Bioland, Naturland oder demeter stehen. Diese erfüllen neben den Richtlinien für das Bio-Siegel oft noch strengere Erzeugungsbedingungen. Eier aus dieser Haltungsform sind mit der Ziffer 0 gekennzeichnet.
Autorin: Antje Elfrich, Brühl