Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln
Können die Präparate Lebensmittel ersetzen? - Zwei Beispiele
Über Jahre galten vor allem die Vitamine A, C und E in hohen Dosierungen als besonders gesundheitsförderlich. Die so genannten Antioxidanzien sollten vor allem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsarten schützen.
Seit etwa zehn Jahren finden in Europa und in den USA neun Studien mit über 110.000 Männern und Frauen statt, um diese Aussagen zu überprüfen. Die Zeitschrift "Aktuelle Ernährungsmedizin" (Ausgabe 28/2003, S. 113-120) veröffentlichte eine Übersicht zu diesen Studien und kam zu dem Ergebnis, dass vom Gebrauch von Präparaten mit hohen Dosierungen antioxidativer Vitamine abzuraten sei. Einige Resultate wiesen sogar auf gefährliche Effekte der Wirkstoffe hin.
In natürlicher Konzentration - in Obst und Gemüse - wirken die Vitamine als Antioxidanzien. Wenn sie in pharmakologischen Dosierungen zugeführt werden, wirken sie möglicherweise schädlich und können Herzerkrankungen, Krebs-, Leber- und Nierenleiden fördern. Grundsätzlich gilt also weiterhin die Empfehlung, reichlich Obst und Gemüse - am besten fünfmal am Tag - zu essen.
Neben den Vitaminen C und E sowie den Ballaststoffen können eventuell auch sekundäre Pflanzenstoffe Krebs vorbeugend wirken. Nach derzeitigem Erkenntnisstand muss jedoch davon ausgegangen werden, dass diese Wirkung der pflanzlichen Lebensmittel auf der Gesamtheit aller Inhaltsstoffe und nicht auf einzelnen Substanzen beruht. Die Einnahme von Einzelsubstanzen, zum Beispiel Beta-Carotin oder Vitamin E kann das Krebsrisiko nämlich nicht verringern. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die einzelnen Substanzen in vielfältiger, noch unbekannter Art und Weise zusammenwirken.
Abgesehen davon, dass einzelne sekundäre Pflanzenstoffe in Abhängigkeit von der aufgenommenen Menge auch schädliche Wirkungen ausüben können, ist gegenwärtig auch noch unklar, ob und wie sich diese Substanzen gegenseitig beeinflussen. Die bisher durchgeführten Untersuchungen wurden lediglich mit Einzelsubstanzen durchgeführt. Nur in Einzelfällen konnten dabei auch Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Des Weiteren ist zu bedenken, dass viele Untersuchungen an Tieren durchgeführt wurden. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen ist stark eingeschränkt. Aus diesen Gründen erscheint es zurzeit nicht sinnvoll, isolierte sekundäre Pflanzenstoffe aufzunehmen. Aus den gleichen Gründen halten sich die Experten auch mit Zufuhrempfehlungen für einzelne sekundäre Pflanzenstoffe zurück.
Fazit: Nahrungsergänzung ist kein Nahrungsersatz
Gesunde Ernährung macht eine Nahrungsergänzung meist überflüssig
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Wer die Vielfalt der Lebensmittel nutzt, abwechslungsreich und vollwertig isst, kann seinen Nährstoffbedarf mit herkömmlichen Lebensmitteln decken und darüber hinaus ernährungsbedingte Krankheiten vermeiden. Nahrungsergänzungsmittel sind daher normalerweise überflüssig. Problematisch kann die Versorgung mit Jod und bei jungen Frauen mit Folsäure sein. Bei bestimmten Erkrankungen und Behinderungen, bei besonderen Belastungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit, im höheren Lebensalter und bei Unverträglichkeiten ist eine Nahrungsergänzung möglicherweise sinnvoll. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch individuell mit dem Arzt oder Ernährungsberater abgestimmt sein. Allgemein werden Dosierungen empfohlen, die nicht über den Nährstoffempfehlungen der DGE liegen. Höhere Dosierungen können schädlich sein, im besten Fall unwirksam.
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Autor: aid infodienst