Petersilie
Petroselinum crispum - Blatt- oder Schnittpetersilie; Petroselinum crispum ssp. tuberosum - Wurzelpetersilie
|
Synonyme
Peterling, Peterle, Petersil, Bitterzilch
Geschichte
Die Petersilie, die aus dem ostmediterranen Raum stammt, war schon den alten Griechen ein geheiligtes Kraut. Ab dem Mittelalter gewann sie im nördlichen Europa, wo sie vorwiegend in Klöstern kultiviert wurde, zunehmend an Bedeutung.
Besonderheiten
|

Krause Petersilie (Foto: BLE, Thomas Stephan)
|
Petersilie ist ein zweijähriges Kraut, sollte jedoch jedes Jahr neu ausgesät werden. Im zweiten Jahr tragen die Pflanzen winzige Blüten und für den Küchengebrauch ist ihre beste Zeit dann bereits vorbei. Bei Blattpetersilie – je nach Sorte glatt- oder krausblättrig – werden die Blätter, bei Wurzelpetersilie Blätter und Wurzeln genutzt.
Standortbedingungen
Die gegen Kälte unempfindliche Petersilie bevorzugt eher halbschattige Standorte. Der Boden sollte feucht, humos und vor allem nährstoffreich sein.
Fruchtfolge und Mischkultur
Petersilie ist mit sich selbst und anderen Doldenblütlern (z. B. Möhre, Sellerie oder Dill) unverträglich und sollte daher höchstens alle drei Jahre auf dem gleichen Beet stehen. Geeignete Mischkulturpartner sind unter anderem Gurken, Knoblauch, Porree, Ringelblumen, Tagetes (gegen Nematoden), Tomaten und Zwiebeln.
|
Aussaat Freiland
|
Ab März, Folgesaaten bis August möglich (Wurzelpetersilie bis Mitte Mai)
|
|
Saatabstand
|
30 cm x 15 cm
|
|
Aussaattiefe
|
0,5 - 1 cm
|
|
Tipp
|
Die Keimzeit (bis zu 6 Wochen) kann verkürzt werden, indem man die Samen vor der Aussaat einige Stunden in lauwarmem Wasser einweicht
|
Düngung
Petersilie zählt zu den Mittelstarkzehrern. Eine Kompostgabe von etwa drei Litern pro Quadratmeter vor der Aussaat sollte ausreichen. Bei Bedarf kann mit Pflanzenjauche oder mineralischen Flüssigdüngern nachgedüngt werden.
|
Pflege
Den Boden vor allem während der Keimphase gut feucht halten, denn schon das einmalige Austrocknen kann den Kulturerfolg gefährden. Das Abdecken mit Vlies schützt vor Kälte, Möhrenfliegen sowie Virus übertragende Blattläuse.
Schädlinge und Krankheiten
Blattläuse (Virusüberträger), Möhrenfliege, Nematoden, Schnecken, Septoria-Blattfleckenkrankheit, Alternaria-Schwarzfäule, Sellerieschorf
|

Glatte Petersilie (Foto: BLE, Thomas Stephan)
|
Ernte und Lagerung
Die Blätter der Blattpetersilie können geerntet werden, sobald die Pflanze kräftig genug ist. Für den Frischverzehr kann abgeschnitten werden, was benötig wird, die Herzblätter sollten jedoch verschont werden, damit die Pflanze neu austreiben kann. Blattpetersilie lässt sich trocken oder eingefroren gut haltbar machen. Die Wurzelpetersilie wird von Oktober bis zum Frosteintritt geerntet. In feuchten Sand eingeschlagen können die Wurzeln im frostfreien Keller eingelagert werden.
Jörg Planer, Alfter