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Gemüseamaranth

Amaranthus lividus (Grüner Fuchsschwanz) und Amaranthus tricolor (Dreifarbiger Fuchsschwanz)


Synonyme

Amaranthus lividus: Meyer, Meyerkraut, Blitum, Blito, Küchenamaranth, Chinesischer Spinat, Roter Meier, Blutkraut
Amaranthus tricolor: Dreifarbiger Amaranth, Chinesischer Salat, Papageienkraut


Geschichte und Besonderheiten

Amaranth ist als Pflanze weltweit verbreitet und seit mindestens fünftausend Jahren als Blattgemüse oder „Pseudogetreide“ bekannt. Funde belegen, dass schon die Römer den Amaranth ihrer Blätter wegen kultiviert haben. Der auch als „Inkaweizen“ bekannten Samen-Amaranth wird vor allem in Mittel- und Südamerika auf Grund der eiweißreichen, nahrhaften Samenkörner sehr geschätzt. Schon die Inkas und Azteken sollen ihn auf ihre Felder gesät haben. 

Da der Gemüseamaranth den ganzen Sommer über zu nutzen ist, stellt er in unseren Breiten eine interessante Alternative zum Spinat oder Neuseeländer Spinat (Tetragonia) dar. Mit seinen an einen Fuchsschwanz erinnernden Blütenständen hat der Amaranth einen sehr hohen Zierwert und wird deswegen auch häufig als reine Zierpflanze gehandelt. Die üppigen Blütenbüschel werden von Schmetterlingen gerne besucht.

 Amaranthsorte: Roter Meyer mit dunkelroten Blättern und Blüten (Foto: Gerhard Bohl)
'Roter Meyer' (Foto: Gerhard Bohl)

Hierzulande ist Amaranth zur Gemüsenutzung heute nur noch wenig bekannt. Vor einigen hundert Jahren jedoch war der Amaranth in Europa als Gemüsepflanze noch weit verbreitet, bis er dann im letzten Jahrhundert vom Spinat verdrängt wurde.

 Rotblühender Gemüseamaranth (Foto: biolib.de)
Rot blühender Gemüseamaranth ist eine echte Zierde für den Garten (Foto: biolib.de)

Gemüseamaranth ist ein einjähriges Gewächs, das je nach Sorte 60 bis 100 cm hoch werden kann. Zu den für die Gemüsenutzung wichtigsten Arten zählen der Grüne Fuchsschwanz – der 'Rote Meyer' ist eine viel genutzte Sorte – und der Dreifarbige Fuchsschwanz. Letzterer ist vor allem als Zierpflanze zu finden, kann aber auch gegessen werden.


Kulturtipps

Die Kultur von Gemüseamaranth im eigenen Garten ist sehr einfach. An den Boden stellt die Pflanze keine hohen Ansprüche. Der Standort sollte jedoch sonnig und warm sein. Eine kleine Kompostgabe in Frühjahr versorgt die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen. Vermeiden Sie zu hohe Nährstoffgaben, da diese den Nitratgehalt der Pflanze nur unnötig erhöhen würden. Ausgesät werden die feinen Samen Anfang Mai mit einem Reihenabstand von 40 cm und einer Saattiefe von 1 bis 2 cm direkt ins Freiland. Nach dem Auflaufen wird auf einen Abstand von 30 cm in der Reihe vereinzelt. Um die Standfestigkeit der Pflanzen zu erhöhen, können Sie diese an der Stängelbasis etwas anhäufeln. Die schnell wachsenden Pflanzen benötigen reichlich Feuchtigkeit, vertragen jedoch keine stauende Nässe.


Ernte und Lagerung

Geerntet werden die Blätter und jungen Triebe, die den ganzen Sommer über gepflückt werden können. Amaranth zählt wie Spinat zu den nitrophilen, das heißt zu den Stickstoff liebenden Pflanzen. Diese neigen dazu, Nitrat im Gewebe anzureichern. Um den Nitratgehalt in den Pflanzen so niedrig wie möglich zu halten, sollten Sie am besten abends ernten. Tagsüber baut die Pflanze mit Hilfe des Sonnenlichtes einen Großteil des Nitrats wieder ab.


Verwendung in der Küche

Die Blätter des Gemüseamaranths erinnern an Spinat, sind aber weicher und weniger saftig. Dafür ist der Amaranth geschmacklich etwas milder. Neben den Vitaminen A und C enthält das Gemüse nicht unerhebliche Gehalte an gesundem Blattprotein. Als so genannte „Spinatersatzpflanze“ kann Gemüseamaranth genau so zubereitet werden wie Spinat.


Jörg Planer, Bonn

Artikel erstellt: 24.04.2007
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