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Newsletter 05/2002 Beiträge

Newsletter 05/2002


Verbraucherschutz

1. Rückstände in Erdbeeren: Ausländische Ware mit Vorsicht zu genießen

(aid) – Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind in importierten Erdbeeren weit verbreitet. So fand die Zeitschrift ÖKO-TEST in allen 11 untersuchten ausländischen Früchten entsprechende Wirkstoffe, die in 5 Fällen die in Deutschland geltenden Grenzwerte überschritten. Dies betraf insbesondere Proben aus fontien und Marokko. Die anderen 6 Proben erhielten trotz geringer Belastungen die Note "sehr gut".

Frühe, ausländische Ware wird aufgrund des langen Transportweges häufig behandelt, um das vorzeitige Verderben der empfindlichen Früchte zu verhindern. Aus diesem Grund sollten Erdbeerfreunde die heimische Saison abwarten und bevorzugt zu Ware aus der näheren Umgebung greifen. Völlige Rückstandsfreiheit garantieren biologisch angebaute Erdbeeren, bei denen auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird.

Die nachgewiesenen Substanzen gelten in größeren Mengen als krebserregend und erbgutverändernd. Die genauen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Quelle: Öko-Test (4/2002)

 

2. Süße Gefahr gebannt: EU-weites Verbot für konjakhaltiges Gelee

(BMVEL) - Mit einer Dringlichkeits-Verordnung hat Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute die Verwendung des Geliermittels Glukomannan (Konjak) für die Herstellung sämtlicher Gelee-Süßwaren verboten. Diese gallertartigen Süßigkeiten können sich aufgrund ihrer Form und Beschaffenheit sehr leicht im Rachenraum festsetzen und zu Erstickungsanfällen führen.

Im Januar hatte die Ministerin die Verwendung des Zusatzstoffes Glukomannan (Konjak) per Eilverordnung für die Verwendung in so genannten "Mini-Cup-Jellys" wegen einer möglichen Erstickungsgefahr verboten. Die EU-Kommission kommt jetzt dem Wunsch Deutschlands nach einer EU-Regelung nach und hat beschlossen, die Verwendung dieses Zusatzstoffes für derartige Süßwaren EU-weit zu verbieten und den Geltungsbereich auf sämtliche Gelee-Süßwaren auszudehnen.

Sie prüft darüber hinaus, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine mögliche Erstickungsgefahr durch die Verwendung von Geliermitteln in Gelee-Süßwaren auszuschließen.

Quelle: BMVEL

 

Ernährung

1. Schimmel auf Lebensmitteln: Auch unsichtbar gefährlich

(aid) – Schimmelpilze in Lebensmitteln können auch ohne äußerlich sichtbare Spuren unangenehme Folgen für die Gesundheit haben. Darauf weist eine Schülergruppe aus Bayern hin, die im Rahmen des Projektes "Jugend forscht" die Ausbreitung von Schimmelpilzen in verschiedenen Lebensmitteln untersuchte.

Bei Temperaturen von 15 Grad_Celsius und Dunkelheit (Vorratsraum) entwickelten sich vor allem auf Brot und Jogurt bereits nach 3 bis 4 Tagen deutlich sichtbare Schimmelpolster auf den Lebensmitteln. Auf Käse und Marmelade traten auch nach 16 Tagen keine Anzeichen von Befall auf. Bei der mikroskopischen Untersuchung dieser Proben fanden die Nachwuchsforscher jedoch auch bei äußerlich nicht erkennbarem Befall Pilzstrukturen in bis zu 6 Zentimetern Tiefe. Brot und Jogurt waren zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig vom Schimmel durchdrungen.

Verbraucher sollten demnach alle Lebensmittel mit erkennbarem Befall sofort vernichten. Mit weniger anfälligen Lebensmitteln wie Käse oder Marmelade, die 3 Tage oder länger außerhalb des Kühlschranks gelagert wurden, sollte genauso verfahren werden, auch wenn die Ware äußerlich einwandfrei wirkt.

Toxine von Schimmelpilzen können die Nierenfunktion und andere menschliche Organe beeinträchtigen und gelten auch in kleinen Mengen als Krebs erregend.

www.boege-ambulanz.de/schimmel.html

www.biomess.de

 

2. Hanföl: Rauschfrei und gesund

(aid) - Hanf gewinnt als nachwachsender Rohstoff in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Bei der Nutzung stehen vor allem die Fasern der Pflanze im Vordergrund. Auf der Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten haben Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg in einer aktuellen Studie die ernährungsphysiologischen Eigenschaften des Hanföls unter die Lupe genommen. Wichtigste Erkenntnis: Hanföl ist ausgesprochen gesund.

Denn Hanföl besteht zu 70 bis 80 Prozent aus Linol- und Linolensäure. Diese Fettsäuren sind im menschlichen Körper an der Blutgerinnung beteiligt und hemmen Entzündungsprozesse. Von den üblichen Speiseölen weist nur das Distelöl einen ähnlich hohen Anteil dieser Fettsäuren auf.

Zudem enthält Hanföl mit 3,6 bis 6,7 Gramm pro Kilogramm Öl größere Mengen an Phytosterinen. Diese tragen im Körper zur Senkung des Cholesterinspiegels bei und wiesen darüber hinaus in Tierversuchen eine Krebs hemmende Wirkung auf. Hanföl ist aufgrund seiner Zusammensetzung sehr empfindlich gegenüber oxidativer Schädigung ("ranzig werden") und nicht zum Braten geeignet. Deshalb sollte es vorwiegend für die kalte Küche genutzt werden, etwa für die Zubereitung von Salaten.

Rauschzustände sind durch den Genuss von Hanföl nicht zu erwarten. Denn der Rausch auslösende Inhaltsstoff des Hanfs, das Tetrahydrocannabinol (THC), ist aus den in Deutschland angebauten Sorten weitestgehend herausgezüchtet worden.

Quelle: Bundesforschungsanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung

 


3. Süßstoffe in der Ernährung: Abnehmen leicht gemacht?

(aid) – Süßstoffe wie Saccharin oder Aspartam sind aufgrund ihres sehr geringen Energiegehaltes weit verbreitet und werden zur Süßung zahlreicher Lebensmittel wie Limonaden, Jogurts oder verschiedener Süßigkeiten (Lightprodukte) eingesetzt.

Vor allem für Übergewichtige sind diese kalorienarmen Produkte häufig ein bequemer Weg zur Verringerung der Energieaufnahme. Der bloße Ersatz von zuckerhaltigen Lebensmitteln durch Süßstoff angereicherte Produkte reicht jedoch nicht aus, das Körpergewicht zu verringern. Vielmehr ist dazu eine grundlegende Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erforderlich. Neben einer fettreduzierten Kost zählt hierzu vor allem regelmäßige körperliche Aktivität. Nach den Ergebnissen amerikanischer Forscher können Süßstoffe jedoch durchaus dazu beitragen, ein vorher reduziertes Körpergewicht beizubehalten oder die erneute Zunahme zu verlangsamen. Auch hier ist in jedem Fall eine langfristige Umstellung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten Voraussetzung. Gesundheitliche Schäden durch die im Handel befindlichen Süßstoffe sind auch bei regelmäßigem Verzehr üblicher Mengen nicht zu erwarten. Jedoch können bei übermäßigem Genuss Durchfallerscheinungen auftreten.

Quelle: VitaMinSpur 2/2001

 


Statistik

1. Bio-Milch-Anteil steigt: Vertrauen in Milchprodukte ungebrochen

(aid) – Bio-Milch ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. So verzeichneten die deutschen Molkereien im Jahr 2001 einen Anstieg der Biomilch-Anlieferung von 11 Prozent auf 290.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Im Lebensmitteleinzelhandel erreichte Bio-Milch einen Anteil von knapp 1 Prozent. Trotz hoher Zuwachsraten ist dieser Anteil im Vergleich zu "Bionationen" wie Dänemark gering. Hier liegt der Anteil der Bio-Milch in Supermärkten bei etwa 20 Prozent.

Gründe für den noch immer geringen Anteil der Bio-Milch im Handel sehen Experten in dem ausgesprochen positiven Image von Milchprodukten allgemein. Ein Großteil der Verbraucher ist mit der Qualität von konventionell und alternativ erzeugter Milch sehr zufrieden. Vor dem Kühlregal entscheidet sich der Konsument deshalb häufig für die preiswertere konventionelle Ware, obwohl höhere Preise für Bio-Milch als notwendig und angemessen gesehen werden.

Quelle: ZMP

 

2. Österreicher sind Bio-Fans: Nachfrage nach Bio-Eiern steigt um 20 %

(aid) – Österreicher sind echte Bio-Fans. Das zeigt sich vor allem am Absatz von biologisch produzierten Eiern aus Freilandhaltung im Jahr 2001. Mit 62 Millionen stieg die Zahl der verkauften Eier im Vergleich zum Jahr 2000 um 20 Prozent. Der Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel beträgt damit 6,5 Prozent am gesamten Eierabsatz. Rund 12 Prozent der Bio-Eier gehen direkt ab Hof über die Ladentheke. Dabei erlösen die Öko-Hennenhalter im Schnitt rund 15 Cent mehr als für konventionelle Eier aus Käfighaltung. Zehn Prozent der Eier aus Freilandhaltung gehen bereits in den Export. Die größten Absatzpotenziale sehen Marketingexperten in der Schweiz, Deutschland und Italien.

Quelle: Eier Wild Geflügelmarkt

 

3. Lebensmittelpreise: 12 Minuten Arbeit für ein Brathähnchen

(aid) – Die Erzeugerpreise für Lebensmittel liegen seit 30 Jahren auf etwa gleichem Niveau, für Getreide sind diese sogar gesunken. Bei steigenden Löhnen und Gehältern heißt dies für den Verbraucher: Weniger Arbeitszeit für die gleichen Produkte. Musste ein Arbeiter im Jahr 1970 für ein Brathähnchen (1 kg) noch 45 Minuten am Band stehen, sind dafür nach heutigen Durchschnittslöhnen nur noch 12 Minuten erforderlich. Auch für andere Lebensmittel hat sich der Aufwand deutlich verringert. Für ein Kilogramm Butter sind statt 86 Minuten nur noch 21 Minuten notwendig, für ein Kilogramm Kotelett ist statt 96 Minuten nur noch ein Drittel der Arbeitszeit fällig.

Diese aus Verbrauchersicht günstige Entwicklung ist neben einem allgemeinen Lohnanstieg vor allem auf die Rationalisierungsmaßnahmen in der landwirtschaftlichen Produktion zurückzuführen. Durch die Konzentrationsprozesse sowohl in der pflanzlichen als auch in der tierischen Produktion haben sich die Stückkosten für einzelne Nahrungsmittel deutlich verringert.

Quelle: Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung


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