Ernährung
Preiserhöhungen: Wie die Verbraucher beim Einkauf sparen
(aid) – Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind in den vergangenen zwei Jahren um mehr als ein Zehntel gestiegen. Da die höheren Ausgaben die Haushaltskasse belasten, haben viele Verbraucher ihr Einkaufsverhalten geändert. Sie sparen bei der Menge und greifen vermehrt zu günstigeren Produkten, informiert die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP). Für die aktuelle Marktstudie wurden anhand von 25 Nahrungsmitteln die Reaktionen der Verbraucher auf die Preiserhöhungen untersucht. Die Auswertung zeigte, dass bei bestimmten Produkten geringere Mengen eingekauft werden. Beispiele sind Milch, Butter, Naturquark, Naturjogurt, Fleisch, Eier, Brot und Kaffee. Vermutlich wurde die Menge an den Bedarf angepasst, erklärt die ZMP. Auf diese Weise werden weniger Lebensmittel noch ungeöffnet weggeworfen, und das schont den Geldbeutel. Eine andere Strategie ist, auf günstigere Ware auszuweichen. So kaufen preisbewusste Kunden Margarine statt Butter, Schweinefleisch statt Putenfleisch und Mineralwasser statt Fruchtsaft. Von November 2007 bis März 2008 wurden fünf Prozent weniger Käse eingekauft. Alternativ belegt man das Brot mit Wurst oder Marmelade. Dennoch: Trotz deutlicher Preiserhöhungen sind Lebensmittel heutzutage, gemessen am Einkommen, erschwinglicher als noch in den 1980er Jahren.
Quelle: Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), Pressemeldung vom 1. Oktober 2008 und Marktstudie „Verbraucherreaktionen auf Preiserhöhungen bei Lebensmitteln“
Studie: Fettleibigkeit erhöht das Risiko für Herzversagen
(aid) – Fettleibige Menschen neigen zu Entzündungen des Herzgewebes und haben daher ein höheres Risiko für Herzversagen. Das lässt eine US-amerikanische Studie mit rund 6.800 Teilnehmern im Alter von 45 bis 84 Jahren vermuten. Zu Beginn der Untersuchung wurden unter anderem die Körpermaße, verschiedene Entzündungsparameter im Blut und die Herzfunktion bestimmt. In den folgenden vier Jahren diagnostizierten die Mediziner bei 79 Probanden ein Herzversagen, von denen 35 fettleibig waren. Probanden mit Adipositas hatten in der Regel einen höheren Blutspiegel für bestimmte Entzündungsparameter als normalgewichtige Teilnehmer. Allein eine Verdopplung der durchschnittlichen Blutkonzentration des Botenstoffs Interleukin 6 erhöhte das Risiko für Herzversagen um 84 Prozent, berichten die Forscher. Zudem scheinen Entzündungen auch die Entstehung des Metabolischen Syndroms zu begünstigen, das sich aus vier unterschiedlichen Symptomen zusammensetzt: Übergewicht, erhöhte Blutzuckerwerte, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Dieses Krankheitsbild ließ das Risiko für Herzversagen auf das Zweifache ansteigen. Weitere Studien über einen längeren Zeitraum sind jedoch notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen.
Quelle: Journal of the American College of Cardiology, Bd. 51, Nr. 18, S. 1775-1783, 2008
Fragen zu diesem Thema beantworten unsere Experten im Forum „Rund ums Gewicht”.
Mehr zu Übergewicht erfahren Sie in der Rubrik „Ernährungsinfos“.
Welternährungstag: Beeinflusst der Klimawandel die Nahrungssicherheit?
(aid) – Am 16. Oktober wird der Welternährungstag gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen möchten zu diesem Anlass die Öffentlichkeit auf mögliche Auswirkungen von Klimawandel und Biokraftstoffen auf die Lebensmittelsicherheit aufmerksam machen. Mehr als 860 Millionen Menschen steht nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung, erklärt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Ein Großteil davon lebt in ländlichen Gegenden und arbeitet in der Landwirtschaft. Die Globale Erwärmung könnte die Zahl der Hungernden in den kommenden Jahrzehnten noch in die Höhe treiben. Denn Klimaänderungen haben beispielsweise Auswirkungen auf die Nutzbarkeit von Land, aber auch das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten, die Artenvielfalt und das Ökosystem. Extreme Wetterbedingungen können zu Produktionsausfällen führen. Auch die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen aus Nahrungspflanzen ist laut FAO eine Herausforderung für die Ernährungssicherung. Diese Entwicklung hat Einfluss auf die Verfügbarkeit von Land und Wasser, aber auch auf die Lebensmittelpreise. Am Welternährungstag der FAO nehmen jedes Jahr über 150 Länder teil. Ein Höhepunkt ist wie in den Vorjahren der „Run for Food“– ein Wettrennen quer durch das historische Zentrum von Rom mit voraussichtlich mehr als 4.000 Teilnehmern.
Mehr Infos zum Welternährungstag finden Sie auf der Internetseite der Welternährungsorganisation (FAO).
Jetzt zugreifen: Die süß-würzige Pastinake hat Saison
(aid) – Die heimische Saison für Pastinaken hat begonnen. Das weiße Wurzelgemüse mit dem besonderen Aroma wussten schon die alten Römer zu schätzen. Lange Zeit galt es hierzulande als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, bis es im 18. Jahrhundert durch „Modegemüse“ wie Möhre und Kartoffel ersetzt wurde. Heute liegt die Pastinake, auch Hammelmöhre oder Moorwurzel genannt, wieder im Trend. Sie ist in der Küche vielseitig einsetzbar und wird ähnlich wie Sellerie oder Möhren verwendet. Die Wurzeln passen gekocht als Gemüse zu Wild- und Rindfleischgerichten. Junge und zartere Exemplare eignen sich bestens als Suppeneinlage und schmecken roh im Salat. Pastinake lässt sich aber auch in Scheiben schneiden und frittieren. Durch den hohen Gehalt an Zucker und Stärke ist das Gemüse sehr nahrhaft. Die enthaltenen ätherischen Öle sorgen für ein angenehmes süß-würziges Aroma. Vor der Zubereitung sollten die Wurzeln, wie Möhren, mit einer Bürste unter fließendem Wasser gereinigt oder geschält werden. Da Pastinaken weicher als Möhren sind, garen sie etwas schneller. Die Blätter können zum Würzen von Speisen verwendet werden.
Mehr zur Pastinake und anderen wiederentdeckten Gemüsearten erfahren Sie in der Rubrik „Tipps für Hobbygärtner“.
Fragen zu diesem Thema beantworten unsere Experten im Forum „Obst- und Gemüsegarten“.
Rekord: Fischverzehr 2007 besonders hoch
(aid) – Im Jahr 2007 haben deutsche Verbraucher erstmals mehr als 16 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf verzehrt. Das sind knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr und stellt einen neuen Rekord dar, berichtet das Fisch-Informationszentrum (FIZ). Besonderes gefragt sind nach wie vor Meeresfische wie Alaska Seelachs (24 Prozent), Hering (16 Prozent) und Lachs (11 Prozent), gefolgt von Thunfisch (10,5 Prozent) und Kabeljau (4,4 Prozent). Mehr als jedes dritte Produkt im Einkaufskorb stammt aus der Tiefkühltheke. An zweiter Stelle der beliebtesten Fischerzeugnisse stehen Konserven und Marinaden. Der Anteil von Krebs- und Weichtieren liegt bei fünfzehn Prozent, während Frischfisch und Räucherfisch je acht beziehungsweise sechs Prozent ausmachen. Wer beim Einkauf auf das blaue Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) achtet, kann bewusst einen umweltverträglichen Fischfang unterstützen. Empfehlenswerte Produkte sind beispielsweise der Alaska Seelachs, Alaska Wildlachs und Hering mit dem MSC-Zertifikat. Meiden Sie dagegen wilden Kabeljau, denn die Bestände sind stark gefährdet. Im weltweiten Vergleich wurden im Jahr 2007 und 2008 die meisten MSC-Produkte in Deutschland verkauft, erklärt das FIZ.
Quelle: Fisch-Informationszentrum (FIZ), Pressemeldung vom 24. September 2008; WWF-Fischführer (Stand: 2006)
Alles über Fisch erfahren Sie in der Rubrik „Lebensmittel von A-Z“.
Verbraucherschutz
Melamin in Säuglingsnahrung: Untersuchte Produkte in Deutschland unbelastet
(aid) – Mit einer Eilverordnung ist am 30.09.2008 ein umfassendes Einfuhrverbot für Säuglingsnahrung aus China in Kraft getreten. Damit wurden die EU-Maßnahmen zum Schutz vor belasteten Produkten mit Milch aus China in Deutschland umgesetzt. Bereits direkt nachdem bekannt wurde, dass in China Säuglingsnahrung mit Melamin belastet war, wurden hierzulande Produkte für unterschiedliche Altersgruppen verschiedener Hersteller untersucht. Die Untersuchungen ergaben keinerlei Spuren von Melamin, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einer Pressemeldung mitteilte. Zudem geben deutsche Hersteller einhellig die Auskunft, dass überhaupt kein Milchpulver aus China zur Produktion von Säuglingsnahrung verwendet wird. In China hatten Hersteller Milch und Milchpulver mit Melamin versetzt, um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. Melamin ist eine chemische Substanz, die normalerweise zur Herstellung von Kunststoffen und Düngemitteln eingesetzt wird. In Europa ist der Zusatz von Melamin zu Nahrungsmitteln verboten. Melamin kann in hohen Konzentrationen zur Bildung von Nieren- und Blasensteinen führen. So wurden in China infolge belasteter Babynahrung bereits Todesfälle bei Säuglingen gemeldet. Zum Schutz der Verbraucher wurden nun in Deutschland die Sofortmaßnahmen mit dem generellen Einfuhrverbot von Säuglingsnahrung wirksam. Alle anderen Lebensmittel aus China dürfen nur eingeführt werden, wenn sie zuvor untersucht worden sind, sodass für die Verbraucher in Europa keine akute Gefahr besteht. Im Zweifel ist es allerdings ratsam, zu heimischen Produkten zu greifen.
Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Pressemitteilung Nr. 152 vom 30.09.2008 und Pressemitteilung Nr. 143 vom 22.09.2008; Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Pressemitteilung vom 25.09.2008
Mehr zum Thema finden Sie auch in der Pressemeldung des aid vom 08.10.2008.
Butter im Test: Oft mangelt es an Hygiene
(aid) – Butter ist in der Regel frei von Schimmelpilzen und Krankheitserregern wie Listerien und Salmonellen. Häufig sind jedoch Keime enthalten, die auf mangelnde Hygiene bei der Herstellung hinweisen. Das ist das Resultat einer Untersuchung von Stiftung Warentest. Die Lebensmittelprüfer nahmen 35 ungesalzene Buttermarken im Labor unter die Lupe – vor allem mildgesäuerte, aber auch Süß- und Sauerrahmbutter sowie ein laktosefreies Produkt. „Sehr gute“ Butter muss unter anderem cremefarben bis mattgelb sein, eine glatte geschmeidige Struktur haben und je nach Sorte säuerlich-aromatisch oder sahnig schmecken. Die Bestnote wurde nicht vergeben, doch immerhin zwanzig Produkte waren „gut“. Bei acht Buttermarken, darunter vier in Bio-Qualität, lautete das Urteil „mangelhaft“. Auch manche „Deutsche Markenbutter“, die qualitativ höchste Handelsklasse, wurde beanstandet. Oft enthielten die Produkte am Mindesthaltbarkeitsdatum zu viele unerwünschte Keime, die auf Hygienemängel bei der Herstellung schließen lassen. In mancher Sauerrahmbutter fanden die Tester aber auch zu wenige nützliche, für die Sorte typische Milchsäurebakterien. Auch die Streichfähigkeit ist ein wichtiges Kaufkriterium, das nur jedes vierte Produkt erfüllte. Um die richtige Konsistenz zu behalten, sollte Butter im Butterfach der Kühlschranktür aufbewahrt werden.
Quelle: Stiftung Warentest, test 10/2008
Mehr über Butter erfahren Sie in der Rubrik „Lebensmittel von A-Z“.
Landwirtschaft und Gartenbau
Kartoffeln: Günstige Knollen von guter Qualität
(aid) – Die diesjährige Ernte der Speisekartoffeln ist weitgehend abgeschlossen. Nun finden Verbraucher überwiegend dicke Knollen zu günstigen Preisen in den Supermarktregalen. Durch die guten Witterungsbedingungen ist die Qualität besser als im Vorjahr, erklärt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Nach vorläufigen Ergebnissen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung wird die Kartoffelernte mit knapp 11,3 Millionen Tonnen etwa drei Prozent unter der Vorjahrsmenge liegen. Das ist vor allem auf die verringerte Anbaufläche zurückzuführen. Doch die Verbraucher profitieren von der guten Qualität der Knollen. Nach dem milden Winter hatte sich die Pflanzung der Knollen im Frühjahr durch das schlechte Wetter verzögert. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands waren die Bestände von der Trockenheit betroffen. Ausgleich schafften aber die reichlichen Niederschläge im weiteren Vegetationsverlauf. Die günstige Witterung im Spätsommer wirkte sich ebenfalls positiv auf das Wachstum der Knollen aus, sodass die Landwirte mit durchschnittlich 432 Dezitonnen pro Hektar gute Erträge erzielten. Knapp die Hälfte der Kartoffeln wird in Niedersachsen erzeugt. Es folgen Bayern mit knapp zwei Millionen Tonnen und Nordrhein-Westfalen mit 1,5 Millionen Tonnen.
Quelle: Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Pressemeldung Nr. 146 vom 25. September 2008; Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), Pressemeldung vom 30. September 2008
Alles über Kartoffeln erfahren Sie in der Rubrik „Lebensmittel von A-Z“.
Obstbäume: Die richtige Pflege für den Stamm
(aid) – Ein Obstbaum hat zweierlei Gutes: Er ziert den Garten im Frühjahr mit hübschen Blüten und bietet im Spätsommer leckere Früchte. Im Gegenzug benötigt er Pflege durch den Gärtner. Dazu zählt neben Düngung und Schnittmaßnahmen auch die geeignete Pflege des Stamms. So schützt zum Beispiel ein Stammanstrich auf Kalkbasis den Baum vor winterlichen Spannungsrissen in der Rinde. Um den Schädlingsbefall zu verringern, kann es sich lohnen, alte, stark vermooste oder von Flechten befallene Baumstämme mit einer Bürste zu reinigen. Ebenfalls wirkungsvoll ist es, im Herbst Leimringe gegen Frostspanner anzubringen. Alle diese Arbeiten können Sie im Herbst oder Winter erledigen, wenn es im Garten etwas ruhiger geworden ist. Mehr zur Pflege von Obstbaumstämmen finden Sie in unserem neuen Anbautipp des Monats Oktober.
Fragen zu diesem und anderen Themen beantworten Ihnen unsere Experten im Forum „Obst- und Gemüsegarten“.